Mein perfekter Urlaub im Mai 2003
Am 1. Mai führte mich mein Weg mal wieder nach Montenegro. Nach einem wundervollen Aufenthalt in Tuzla/BiH bei meinem Patenkind komme ich am späten Nachmittag des 3. Mai in Herceg Novi an. Das kleine aber feine Hotel Perla (siehe auch: "Gut & günstig") war bereits gebucht, und es erwartet mich ein sehr schönes Zimmer mit einem traumhaften Ausblick auf die Bucht von Kotor. Hier war ich für die vier Tage meines Aufenthaltes sehr gut aufgehoben!
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Hotel Perla in Herceg Novi |
Aussicht auf Prevlaka |
Bei außergewöhnlich hohen Temperaturen für diese Jahreszeit von über 30 Grad erkunde ich Herceg Novi und die Bucht von Kotor. Obwohl die Saison eigentlich noch nicht begonnen hat, tummeln sich schon einige Urlauber in Herceg Novi und genießen die "Ruhe vor dem Sturm".
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Uhrturm (1667) |
HERCEG NOVI
Bastion Kanli Kula (1487) |
Kirche Sv. Jerolim (1856) |
In der Bucht von Risan führt eine kleine einspurige Strasse nach Cetinje. Wer mutig genug ist sollte sich die fantastische Aussicht auf die Boka Kotorska nicht entgehen lassen. Die Strasse ist glücklicherweise kaum befahren und windet sich über viele enge Serpentinen bis auf etwa 600 Meter in die Höhe.

Weiter führt mich mein Weg ins ehemals so berühmte Perast, von wo aus im 18. Jahrhundert über 50 große Schiffe unter der Flagge der Stadt die Weltmeere befuhren. Vor 20 Jahren noch bezeichnete man Perast als die "tote Stadt". Heute ist das unter Denkmalschutz stehende Perast ein schön hergerichtetes kleines Städtchen, das wegen seiner vielen alten Paläste aus der Zeit des Barock und der Spätrenaissance auf jeden Fall einen Besuch wert ist.

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Inselchen Sveti Juraj und Gospa od Skrpjela |
Am Morgen des 7. Mai verlasse ich Herceg Novi bei strahlendem Sonnenschein und fahre weiter auf meiner Route in den Durmitor Nationalpark. Mein Weg führt mich entlang der Küste bis Petrovac. Dann geht es rauf in die Berge, über Podgorica, Kolasin und Mojkovac nach Zabljak. Von Podgorica bis fast nach Kolasin begleitet mich die Moraca, ein herrlich türkisgrüner Fluß, der in den Skutari See mündet. Immer näher rücken die steilen Felswände an die Straße heran, und in den teilweise naturbelassenen Tunneln hat man das Gefühl, die Berge verschlucken einen.

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Das Kloster Moraca liegt etwa 10 Kilometer vor Kolasin im Canyon des gleichnamigen Flusses, und ist eines der bedeutensten Heiligtümer der orthodoxen Kirche. Im Inneren sind restaurierte Fresken zu sehen, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen. |
Etwa 30 Kilometer weiter liegt rechterhand der Biograder Nationalpark. Er hat den Ruf einer der letzten Urwälder Europas zu sein, und diesen Eindruck kann ich nur bestätigen. Jahrhunderte alte Laubbäume sind dort zu finden, umsäumt von Bergen von bis zu 2100 Metern. Und mittendrin liegt der Biogradsko Jezero (Biograder See). Zu dieser Jahreszeit ist es ein echtes Erlebnis, wenn das erste Grün sprießt und die Natur gerade aus ihrem Winterschlaf erwacht ist.


Fasziniert von der Schönheit Montenegros kommen mir die sieben Stunden Fahrt bis Zabljak nicht sehr lang vor. Man könnte wohl hundert mal anhalten und die Landschaft bewundern! Kurz vor Mojkovac fahre ich nach links auf eine kleine Straße, die entlang der Tara führt. Bereits hier beginnt der Durmitor Nationalpark, der seit 1980 unter dem Schutz der UNESCO steht.
| Und dann sehe ich sie - die Brücke über die Tara. Ich bin mehr als beeindruckt von diesem gigantischen Bauwerk, das ich bislang nur von Fotos kannte. Sie ist 366 Meter lang und an der tiefsten Stelle geht es 149 Meter nach unten. Mein Tipp: laufen Sie auf die Brücke und schauen Sie nach unten in die Tara. Erst dann bekommt man den richtigen Eindruck! |
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Über eine sehr kurvenreiche Straße fahre ich weiter, bis sich die Hochebene des Durmitor Gebirges vor mir auftut. Da liegt es - riesengroß und beeindruckend auf fast 1500 Metern. In Zabljak angekommen werde ich gut untergebracht in einer Pension (MB Tourist) mit einer sagenhaften Verpflegung, die allerdings auch nötig ist, denn die Höhenluft fordert ihr Tribut! Noch am gleichen Abend mache ich einen kurzen Ausflug zum Crno Jezero (Schwarzer See). Schön liegt er da in der Abenddämmerung:

Um den See führt ein Weg, der in etwa einer Stunde zu bewältigen ist. Mir war der Rundweg allerdings verwehrt, da im hinteren Teil mehrere Wasserfälle in den See mündeten, die allerdings nur im Frühjahr während der Schneeschmelze da sind.

Rund um den Crno Jezero gibt es viele Bänke und Picknickplätze, die man unbedingt nutzen sollte. Auch ein Restaurant und ein Souvenirladen, in dem man auch Wanderkarten und einen Bergführer bekommt sind vorhanden. Es gibt 2 Karten für je 8 € und den Führer für 12 € zu kaufen. Ist zwar alles nicht sehr aktuell (1986-91) aber doch hilfreich.
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Die Wanderwege sind gekennzeichnet (mit Zeitangaben), allerdings nicht so genau, wie beispielweise in den Alpen. Aber mit einer Karte ist es kein Problem den richtigen Weg zu finden. Es gibt über 20 markierte Touren. |
Von Zabljak aus gibt es einen Weg, an dessen Ziel man mit dem Blick auf den Tara Canyon belohnt wird, der mit 1300 Metern der zweit tiefste der Welt ist. Fährt man stadtauswärts Richtung Tara Brücke zweigt eine kleine Strasse noch innerhalb der Ortschaft nach links unten ab. Auf dieser Straße hält man sich immer rechts. Zuerst ist sie in einem miserablen Zustand, aber keine Angst, sie sind auf dem richtigen Weg, und sie wird besser! Sie fahren so lange Richtung Curevac bis der Weg zur Schotterpiste wird. Dort wird geparkt, und es geht noch etwa einen Kilometer zu Fuß. Ungefähr 1000 Meter Höhenunterschied geben einen atemberaubenden Blick nach unten ins Tal frei, in dem die türkisfarbene Tara fließt und zwischen zwei gewaltigen Bergen verschwindet. Der Tara Canyon:

Zu Fuß dürfte man von Zabljak aus etwa drei Stunden für Hin- und Rückweg benötigen. Ein weiterer Ausflug führt mich auf einen Weg, der auch für Mountainbiker ideal sein dürfte. Ich fahre die gleiche Richtung wie zum Canyon, folge aber im Wald dem Wegweiser nach links Richtung Susicko Jezero. Nach einer Weile führt die Straße heraus aus dem Wald, und es geht nur noch bergauf. Vorbei an einem der längsten Skilifte der Region und an einem Restaurant, von dem aus man einen sehr schönen Blick auf den Schwarzen See hat, führt die Straße immer weiter nach oben. Sie ist gut zu befahren, und man genießt einen sagenhaften Ausblick auf die gesamte Durmitor Gebirgskette, die mit 48 Bergen über 2000 Metern wirklich beeindruckend ist! Gerne wäre ich die Strecke bis zum Susicko See weitergefahren, aber wegen Lawinengefahr musste ich leider auf dem halben Weg umkehren.
| Ich hatte übrigens wirklich Glück mit dem Wetter. Normalerweise liegt um diese Jahreszeit noch erheblich mehr Schnee, und es ist auch noch sehr kalt. Der Wettergott bescherte mir aber Temperaturen von über 20 Grad und herrlichen Sonnenschein! Nur nachts war es noch empfindlich kalt - knapp über dem Gefrierpunkt! |
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Und hier noch einige Impressionen aus dem wunderschönen Nationalpark Durmitor, in dem man vor allem im Sommer sehr viel unternehmen kann. Es werden Rafting Touren auf der Tara angeboten, Jeep-Touren und Helikopter-Rundflüge. Desweiteren ist das Gebiet ideal zum Wandern und Bergsteigen, für Mountainbiker und Paraglider. Alle nötigen Informationen findet man auf der Seite www.durmitorcg.com, wo natürlich über diverse Agenturen auch Unterkünfte vermittelt werden.
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Gerne wäre ich noch länger in Zabljak geblieben, aber da in Ulcinj, das meine letzte Etappe auf der Reise sein sollte, am Abend des 10. Mai ein großes Fest war, breche ich schweren Herzens am Morgen des selben Tages wieder Richtung Küste auf. Zurück fahre ich über Savnik, Niksic und Podgorica. Die Strecke ist zwar landschaftlich nicht ganz so beeindruckend, und die Straße bis Savnik eine einzige Katastrophe, aber doch wesentlich kürzer als auf dem Hinweg.
In Ulcinj werde ich am Nachmittag bereits von meinen Gastgebern in der Villa Primafila (siehe auch: "Gut & günstig") erwartet, und verlebe dort eine Woche voller Gastfreundschaft und Herzlichkeit. Von dem herrlichen Fest am Abend, das unter dem Motto "Alles für den Tourismus" steht habe ich zwar keine Fotos gemacht, aber es gibt ein paar schöne Bilder unter www.goethe.de zu sehen.
In Ulcinj beginnt die "Faulenzerzeit". Außer einem Kurztrip mit Abendessen an den Sasko Jezero (Sasko See) und einem neuerlichen Tagesausflug ins den Nationalpark, bei dem ich "Reiseführer" für meine Gastfamilie spielen durfte, habe ich Freunde besucht, und es mir am großen Strand gut gehen lassen.
Zu erwähnen wären noch ein neues Restaurant am Sasko See - "Shasi". Dort kann man fabelhaft essen, und es gibt auch die Möglichkeit eine Bootsrundfahrt auf dem See zu machen. Das Lokal hat das ganze Jahr über geöffnet und ist eine gute Alternative zu den Fischrestaurants bei Ada Bojana. Mehr Infos unter: www.turizamcg.com/restorani/ulcinj/Shasi

Und dann muss ich unbedingt noch von einem sagenhaft schönen Restaurant in der Nähe des Skutari Sees erzählen. Wir waren dort zum Abendessen auf der Rückfahrt vom Durmitor Nationalpark. Es heißt "Voda u krsu" und liegt etwa 2 Kilometer vom See entfernt Richtung Petrovac. So etwas edles und stilvolles habe ich in Montenegro noch nicht zu Gesicht bekommen bei meinen zahlreichen Aufenthalten. Und der Wahnsinn ist, das man sehr leckere Speisen zu absolut normalen Preisen bekommt. Ich war zwar das erste mal dort, aber mit absoluter Sicherheit nicht zum letzten mal!!! Mein Kompliment an:

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Ich habe zwei absolut perfekte Wochen in Montenegro verbracht, und möchte einen ganz besonderen Dank aussprechen an Jeff + Teuta aus Ulcinj, Anna aus Zabljak, Katarina aus Becici und Dule aus Budva. Sie alle haben erheblich dazu beigetragen, dass ich eine wunderschöne, und unvergessliche Zeit in Montenegro hatte.
DANKE!!!