Mein Urlaub in Montenegro (12.-22. September 2000)

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Panorama der Altstadt in Ulcinj

Hotel Otrant

Kanal Milena in Unlcinj

Hotel Albatros in Ulcinj

Rumija Gebirge

Rumija Gebirge

Hochebene im Rumija Gebirge

Westufer des Skutari Sees

Strand in Petrovac

Stari Bar

Ruinen von Stari Bar

Ruinen von Stari Bar

Ruinen von Stari Bar

Olivenhain

ca. 2500 Jahre alter Olivenbaum

Altstadt von Ulcinj

Altstadt von Ulcinj

Altstadt von Ulcinj

Kleiner Hafen in Ulcinj

Kloster Ostrog

Milocer

Budva - Altstadt

Sveti Stefan

Küste unterhalb von Budva

Kloster in Cetinje

Ehem. Residenz in Cetinje

Monument vom Dichterfürsten Njegos im Mausoleum

Berge bei Cetinje

Aussicht vom Mausoleum

Bucht von Kotor

Bucht von Kotor

Bucht von Kotor

Bucht von Kotor

Kotor - Altstadt

Kotor - Altstadt

Kotor mit Stadtmauer

Nach langem Zögern und Überlegen habe ich beschlossen in diesem Jahr mit dem eigenen Auto nach Montenegro zu fahren. Wie sich herausstellen sollte, war das eine sehr gute Idee! Wir verliessen Deutschland am Montag den 11.September und kamen - mit Zwischenübernachtung - am Dienstag Abend, in der südlichsten Stadt Ulcinj, in Montenegro an.

 


Der Grenzübertritt war vollkommen problemlos, obwohl wir kein Visum hatten, das ja eigentlich für Jugoslawien erforderlich ist. Lediglich 30,- DM hatten wir als Versicherung für das Auto direkt an der Grenze Debeli Brijeg zu zahlen.

 


Im Hotel Otrant, am wunderschönen und längsten Strand in Montenegro (13km), wo ich vor zwei Jahren bereits Urlaub gemacht hatte, wurden wir wie alte Bekannte empfangen. Das ist eines der schönen "Gefühle", die man in Montenegro hat - die Leute erinnern sich an einen. Leider verbrachten wir nur die erste Nacht in diesem Hotel, weil sie am darauffolgenden Tag geschlossen haben, mangels Gästen! Es gab diesen Sommer einige Hotels in Montenegro, die gar nicht geöffnet hatten, weil es keine Reservierungen gab. Sehr viele Leute, vor allem aus dem westlichen Ausland, haben eben immer noch Angst, in "Jugoslawien" Urlaub zu machen.

 


Im Otrant hat man uns aber am nächsten Tag ohne Probleme eine neue Unterkunft besorgt, nämlich das Hotel Albatros in der Nähe der Altstadt in Ulcinj. In diesem Hotel, das in einem Pinienwäldchen ca. fünf Gehminuten von der Altstadt entfernt liegt, waren wir für die nächsten sechs Tage sehr gut untergebracht. Es lohnt sich übrigens um den Zimmerpreis zu feilschen, denn es gibt für die Urlauber aus den verschiedenen Ländern auch unterschiedliche Preislisten!

 



Nach zwei Tagen Autofahrt haben wir den restlichen Tag am Velika Plaza, dem bereits erwähnten langen Strand, verbracht. Abends ging es dann zu einem nahe gelegenen sehr guten Fischlokal names Lovac. Auch dort hat man sich an seine "alten" Gäste sofort erinnert! Einfach ein schönes Gefühl!

 


Am nächsten Tag haben wir dann unseren ersten Ausflug in Landesinnere zum Skutari See gemacht. Wir fuhren auf einer sehr kleinen und auch nicht besonders guten Straße von Bar aus über das Rumija Gebirge zum See. Ein gewisses Fahrgeschick war schon erforderlich, aber das sollte erst der Anfang unserer "Straßenerlebnisse" sein. Diese Strecke erwies sich aber als sehr schön, was die wunderschönen Berge und Hochebenen Montenegros betrifft.

 



Zurück zur Küste fuhren wir dann die wesentlich bessere Straße von Virpazar nach Petrovac.


Auf dem Rückweg nach Ulcinj wollten wir eigentlich noch die alten Ruinen von Stari Bar besichtigen, aber leider war geschlossen. Später haben wir uns dann nach den Öffnungszeiten erkundigt, und die Besichtigung nachgeholt.

 



Montenegro ist übrigens übersäht mit Olivenhainen. Diese wunderbaren alten, knorrigen Bäume begleiten einen auf jedem Weg. Den ältesten Olivenbaum auf dem Balkan findet man in Stari Bar. Die Schätzungen seines Alters gehen bis zu 2500 Jahre!!!

 


Natürlich durfte auch eine ausführlich Besichtigung Ulcinjs nicht fehlen. Die Stadt hat etwa 15.000 überwiegend albanische Einwohner, und unterscheidet sich natürlich dementsprechend von den anderen Küstenstädten Montenegros. Überall sind Moscheen zu sehen, und der tägliche Markt gleicht einem Bazar. Vor allem der große Markt an jedem Freitag, an dem noch Bauern teils in muselmanischen Gewändern aus dem Umland kommen, um ihre Waren zu verkaufen.

 


Auch die Altstadt ist absolut sehenswert. Mächtig trohnt sie im unteren Stadtteil Ulcinjs am kleinen Strand. Was diese Altstadt von anderen mediterranen unterscheidet ist, daß sie eigentlich ein ganz normales Wohnviertel ist, ohne die üblichen Bars, Cafes und Souveniergeschäfte. Lediglich ein paar Restaurants und zwei Hotels gibt es dort. Diese Tatsache verleiht der wunderschön renovierten Altstadt ein besonderes Flair, und man muß mindestens einmal dort gewesen sein, bei seinem Urlaub in Montenegro.

 



Unser nächster Ausflug führte uns in die Hauptstadt Montenegros - Podgorica. Leider mußten wir feststellen, daß dies eine Stadt ist, die man getrost auslassen kann auf seiner Besichtigungstour durch Montenegro. Es gibt weder eine schöne Altstadt, noch irgendwelche sehenswerten Gebäude.

 


Weiter führte uns der Weg Richtung Niksic zum serbisch orthodexen Kloster Ostrog, das wunderbar, malerisch in 900 Metern Höhe in ein felsiges Gebirge hinein gebaut liegt. Einziges großes Manko: die Straße, die ca. 8 km bergauf zum Kloster führt. Sie ist etwa nur drei Meter breit und sehr schlecht befestigt. Man muß ständig mit Gegenverkehr - auch mit Bussen - rechnen, und trotz der zahlreichen Buchten zum Ausweichen, ist die Fahrt mehr als abenteuerlich gewesen. Sinnvoller ist es wohl, nicht selbst rauf zu fahren, sondern sich unten in Bogetic ein Taxi zu suchen, da die Einheimischen wesentlich besser vertraut sind mit solchen Straßenverhältnissen.


Wir hatten sechs wunderschöne Tage unten in Ulcinj verbracht, wollten aber auch die Küste weiter nördlich kennenlernen. Also verließen wir Ulcinj und fanden eine kleine und einfache, aber sehr preiswerte Pension in Milocer, einem entzückenden, kleinen Ort unterhalb Budvas.



Dort oben kam dann ein wenig die Ernüchterung, was die Gastfreundlichkeit der Monteneginer betrifft. Zwar wurden wir überall absolut korrekt behandelt, aber oft bekamen wir zu spüren, daß wir eben "nur" Europäer sind, die im letzten Jahr auch an der Bombardierung Montenegros während des Kosovo-Krieges beteiligt waren. Montenegro wurde damals versichert, sie würden weitestgehend verschont bleiben von den Bomben der Nato. Und dann gab es doch etliche Bombardements, bei denen auch zahlreiche Menschen ums Leben kamen. Versetzt man sich in die Lage der Montenegriner ist es verständlich, daß viele enttäuscht sind. Aber ich bin fest der Überzeugung, daß sich diese Meinungen im Lauf der Zeit wieder ändern werden.


Natürlich haben wir die Hotelinsel Sveti Stefan und die Altstadt von Budva besichtigt. In Budva tobt das Leben! Obwohl ja bereits Nachsaison war, brodelte es fast 24 Stunden am Tag in dieser sehr schönen alten Stadt.



Unser letzter großer Ausflug führte uns nach Cetinje, dem Njegos Mausoleum und über den Lovcen Paß zur Boka Kotorska. Die historische Hauptstadt Cetinje liegt hoch oben in den karstigen Bergen.


Von dort aus sollte man auf jeden Fall rauf zum Mausoleum fahren, in dem der berühmte montenegrinische Dichterfürst Peter II. Njegos begraben liegt. In über 1600 Metern Höhe hat man einen sagenhaften Rundumblick auf die märchenhaft schönen Gebirgslandschaften Montenegros.

 



Zurück in Cetinje fuhren wir wieder zurück zur Küste. Diesmal über den Lovcen Paß in Richtung Kotor. Man sollte aber auf dem Weg unbedingt in Njegusi, dem Geburtsort von Njegos, Halt machen, und eine kulinarische Köstlichkeit der Region zu sich nehmen: den leckeren, geräucherten Schinken. Direkt an der Hauptstraße im Ort gibt es ein Restaurant, in dem man sehr gut Pause machen kann.

 



Fährt man dann weiter durch den Lovcen Nationalpark öffnen sich bald die Berge, und man bekommt einen unbeschreiblich, gigantischen Blick auf die Boka Kotorska. Die 32 km lange Bucht ist der südlichste, und einzige Fjord im Mittelmeerraum. Der berühmte englische Dichter Lord Bayron hat über die Boka geschieben: "Als die Perlen der Natur gesäht wurden, wurde an diesem Ort mit voller Hand zugegriffen." Mir bleibt nichts hinzuzufügen! Man muß es "live" gesehen haben, um es zu fühlen!

 


Zum Abschluß besuchten wir noch Kotor, das ganz am Ende der Boka Kotorska liegt. Kotor gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Altstadt hat mit ihren schönen Gebäuden einen ganz besonderen venezianisch anmutenden Charme. Überall findet man alte Paläste und Kirchen in den unterschiedlichsten alten Baustilen.

 



Nach zehn sehr interessanten Tagen in Montenegro verließen wir dieses beeindruckende Land mit dem Gefühl, eine der wohl schönsten Fleckchen in Europa besser kennengelernt zu haben.


Noch zu erwähnen wäre der Verkehr in Montenegro. Seit dem Frühjahr 2000 hat die montenegrinische Polizei auf wundersame Weise die gnadenlose Raserei unter ihre Kontrolle gebracht. Zwar gleicht das Vorankommen mit dem Auto dem Tempo einer Schildkröte, aber bei den vielen Verkehrstoten, die es in den letzten Jahren gegeben hat, ist das auch besser so. Es ist übrigens sehr ratsam, sich an die Geschwindigkeitsbeschränkungen zu halten, sonst kann es teuer werden, oder sogar den Führerschein kosten!!!


Ich hoffe, ich habe mit meinem Reisebericht ein bißchen Ihre Neugier geweckt, und daß sich der ein oder andere im kommenden Jahr entscheiden wird, auch mal in Montenegro Urlaub zu machen. Sollten sie Fragen oder Wünsche haben - lassen sie es mich wissen. Ich werde Ihnen weiterhelfen, so gut ich kann!